Pflegeheim oder ambulante Pflege?
Fast 90 % aller über 50-Jährigen ziehen es vor, im Alter in den eigenen vier Wänden wohnen zu bleiben. In ein Pflegeheim zu ziehen, sehen viele als letzte Alternative. Die ambulante Pflege versucht, diesen Bedürfnissen älterer Menschen gerecht zu werden und schafft die Voraussetzungen für diejenigen, die ohne Hilfe bzw. Pflege im Alltag nicht mehr auskommen, trotzdem im eigenen Zuhause zu bleiben.
Im Wesentlichen hängt die Frage, ob eine ambulante Pflege möglich ist, von den finanziellen Verhältnissen und der gesundheitlichen Verfassung ab. Natürlich hängen diese beiden Punkte eng zusammen, da je größer der Pflegebedarf aufgrund der gesundheitlichen Verfassung des Betroffen ist, umso höher auch die anfallenden Kosten sind.
Wie in Pflegeheimen werden auch bei Inanspruchnahme eines ambulanten Dienstleisters die pflegebedingten Aufwendungen je nach Pflegestufe von der Pflegeversicherung übernommen. Hier entstehen Pflegebedürftigen, deren Status von der Pflegeversicherung anerkannt wurde, also keinerlei Mehrkosten, nur weil sie sich entschieden haben, solange wie möglich Zuhause zu wohnen. Im Gegenteil: Die Bundesregierung hat mit dem Beschluss des Pflege- Weiterentwicklungsgesetz im Oktober 2007 den Versuch unternommen, die häusliche Pflege aktiv zu unterstützen und sie erschwinglicher zu machen.
Auch im Umfang der ambulanten Pflege bestehen die verschiedensten Alternativen. Die Möglichkeiten der Pflege reichen von gemeinnützigen oder privaten Pflegediensten bis hin zu selbständigen Anbietern, die zum Teil auch aus dem Ausland.
Die Möglichkeit, den Pflegeumfang zu variieren, besteht selbstverständlich auch in Pflegeheimen. Hier kann aber im Zuge der stationären Behandlung ein Leistungsumfang angeboten werden, der bei der häuslichen Pflege sehr teuer werden kann bzw. nur schwerlich zu gewährleisten ist. Die Zubereitung von mehreren Mahlzeiten täglich beispielsweise gehört in Pflegeheimen zum Standard, bei häuslichen Pflegediensten geht es – wie der Name bereits suggeriert – im Wesentlichen um die reinen Pflegeleistungen. Ein Vorteil des Pflegeheims, der häufig vergessen wird, besteht zudem darin, dass leichter soziale Kontakte mit anderen Bewohnern hergestellt werden können, während dies insbesondere bei Zuhause gebliebenen älteren Menschen, deren Freundeskreis kontinuierlich kleiner wird, zunehmend schwieriger ist und die Gefahr einer Vereinsamung droht.
Im Ergebnis sollte also genau abgewogen werden zwischen der häuslichen und stationären Pflege. Wichtig ist vor allem den benötigten Leistungsumfang des Betroffenen möglichst genau zu definieren. Dann können die Kosten für eine häusliche Pflege kalkuliert und besser abgewogen werden. Sollte eine Pflege in ambulanter Form nicht mehr möglich sein und auch ein Umzug in ein Pflegeheim ausgeschlossen werden, bleibt immer noch die Möglichkeit einer teilstationären Pflege. Dabei wird die Pflege in einer stationären Einrichtung vorgenommen, was dann von der Pflegeversicherung übernommen wird, wenn die häusliche Pflege nicht mehr in ausreichendem Umfang sichergestellt werden kann. In diesem Fall wird dann in den meisten Fällen auch der Transport hin zur Pflegeeinrichtung und zurück nach Hause übernommen.



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