Die Senioren-WG
Wohngemeinschaften im Alter bringen familiäre Atmosphäre bei größtmöglicher Selbstständigkeit
Die zunehmende Vereinzelung in der Gesellschaft und eine steigende Nachfrage nach einem alternativem, gemeinschaftlichem Wohnen im Alter haben zu der Entwicklung einer neuartigen Wohnform geführt, den Wohngemeinschaften für Senioren. Diese bieten ihren Bewohnern neben einer gemeinsamen Bewältigung alltäglicher Aufgaben, wie beispielsweise dem Einkauf, auch alle anderen Vorzüge einer familiären Gemeinschaft. So können einzelne Bewohner, die sich nicht mehr alleine zurechtfinden, leichter integriert und diejenigen, die bestimmte Aufgaben nicht mehr ausüben können, unterstützt werden.
Daneben bleibt den Bewohnern auch ein größtmögliches Maß an Freiheit und Selbstständigkeit erhalten. Sie können gemeinsam entscheiden, wie stark die Bindung der Gemeinschaft auszugestalten ist und welche Lebensbereiche von ihr unberührt bleiben sollen.
So gibt die Senioren-WG ihren Mitgliedern das Gefühl auch im hohen Alter noch flexibel zu sein. Vor allem bietet sie eine exzellente Plattform für soziale Kontakte, denn häufig fühlen sich ältere Menschen in Seniorenheimen ohne familiäre Kontakte allein gelassen und drohen zu vereinsamen. Derartiges kann in den Wohngemeinschaften nicht vorkommen.
Die Kosten für einen Platz in den Wohngemeinschaften können variieren. Neben der Miete, die natürlich von der Größe der Wohnung und insbesondere deren Lage abhängt, wird eine Betreuungspauschale (für externe Betreuungsleistungen, sofern diese notwendig sind) verlangt, die zumeist nicht 1.000 Euro übersteigt. Wird es doch teuerer bezahlt aber in der Regel die Pflegeversicherung.
Bundesweit wurden bereits hunderte von Wohnprojekten, die Wohngemeinschaften auch für ältere Menschen im geeigneten Rahmen ermöglichen wollen, gegründet. Da viele der Projekte privat initiiert werden, erlangen sie leider häufig nicht den verdienten Bekanntheitsgrad. Die Bertelsmann Stiftung zählt gemeinsam mit dem Kuratorium Deutsche Altershilfe in einer Studie inzwischen 200 der Wohnprojekte in der Bundesrepublik (Studie der Bertelsmann Stiftung). Auf Länderebene sollen Beratungsstellen den Initiatoren bei der Gründung helfen, aber auch Interessierte bei der Suche nach einem Platz in einer Senioren-WG unterstützen.
Für diejenigen, die privatem Wohnraum auch im Alter eine hohe Bedeutung beimessen und gerne in einem intakten direkten sozialen Umfeld leben, ist die Wohngemeinschaft für Senioren damit mehr als nur eine Alternative zu den klassischen Wohnformen.



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