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Alternatives Wohnen

Das Miteinander als "großes Plus"

Alternatives Wohnen versteht sich vor allem als Alternative zu Alten- und Pflegeheimen. Es soll eine Behausung im räumlichen und sozialen Sinne bieten, die der dauernde Ausgangs- bzw. Mittelpunkt eines lebenswerten Lebens sein kann. Entscheidend dabei ist das Zusammenspiel der Wohnungsumgebung mit der Wohnung selbst. So bedeutet alternatives Wohnen vor allem, dass Menschen in einem Verbund auf der Basis gegenseitiger Verständigung und Hilfe zusammenleben und die Umgebung genug Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten und Hobbys bietet. Die Beteiligten können selbst entscheiden, ob das Leben in einer kleinen oder in einer größeren Gruppe, der Raum für kreative Entfaltung oder die urbane Integration oder ein anderer Aspekt für sie eine besondere Priorität hat. Für viele bedeutet alternatives Wohnen deshalb eigenverantwortliches, selbstbestimmtes Wohnen bis ins hohe Alter mit nachbarschaftlicher Hilfe und Förderung. Damit bietet es viele Vorzüge gegenüber Alten- und Pflegeheimen, in denen sich Ältere häufig von der Gesellschaft isoliert fühlen.

Das Grundprinzip des alternativen Wohnens, dass das Miteinander ein großes Plus an Lebensqualität für alle Beteiligten bedeutet, lässt sich auf verschiedene Weise verwirklichen. Es lässt sich in der eigenen Wohnung und im gemeinschaftlichen Wohnen mit anderen umsetzen. Wenn die eigene Wohnung nicht aufgegeben werden soll, lassen sich gegebenenfalls bauliche Veränderungen durchführen, die das Leben angenehmer oder die Wohnung für einen weiteren Bewohner attraktiv machen, wozu aber die Zustimmung des Vermieters notwendig ist. Bestimmte Dienstleistungen und Umbaumaßnahmen werden sogar finanziell unterstützt. Eine immer beliebtere Form des Wohnens im Alter ist das Gemeinschaftliche Wohnen. Dies ist zum Beispiel in kleineren Wohnprojekten möglich. Demgegenüber sollen sog. Mehrgenerationenhäuser das Gemeinschaftsbewusstsein in den Nachbarschaften wiederbeleben und den Zusammenhalt zwischen den Generationen stärken.

Auch die Bundesregierung setzt auf Mehrgenerationenhäuser. Mit dem Aktionsprogramm Mehrgenerationenhäuser sollen bis 2010 439 Mehrgenerationenhäuser in Deutschland entstehen, eines in jeder kreisfreien Stadt und jedem Landkreis. Jedes Haus soll mit 40.000 € jährlich gefördert werden.

Die Regierung versteht Mehrgenerationenhäuser als "Antwort auf sich verändernde Lebens- und Arbeitsbedingungen durch den demographischen Wandel". Potenziale familiärer Netzwerke sollen bewahrt und gestärkt werden, um eine moderne Form des Zusammenwirkens zu erreichen. Die Regierung sieht in den Mehrgenerationenhäuser Vermittlungsplattformen für generationsübergreifende und familiennahe Dienstleistungen. So könnten Ältere von Jüngeren profitieren und umgekehrt.

 

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